Das Jugendforum im Schorsch geht in die zweite Runde – Reise nach Rostock 07-10.10.2019

 

Seit vier Jahren treffen, bilden, vernetzen und äußern sich junge Menschen aus den verschiedensten kultu- rellen und religiösen Umfeldern im Jugendforum St. Georg-Borgfelde im Schorsch. Ihre Vorstellungen einer zukünftigen Gesellschaft aus Sicht ihrer Generation brachten sie als Gesprächspartner*innen auf dem Ra- madan Pavillon, bei der Demokratie- und Integrationskonferenz und als Mitorganisatoren der jährlichen, interkulturellen Reise nach Sylt zum Ausdruck. Auf einer Reise nach Auschwitz und Krakau setzten sie sich gemeinsam intensiv mit der deutschen Vergangenheit und unserer Erinnerungskultur auseinander. Seit diesem Herbst setzt die zweite Generation von Schülerinnen und Schülern engagiert die Arbeit des Ju- gendforums fort. Einmal im Monat treffen sich bei uns im Schorsch ca. 30 Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren zum Austausch über aktuelle Themen, die sie beobachten, erleben und bewegen. Sie diskutieren über den Wandel unserer Gesellschaft, ihre Erfahrungen mit der Beteiligungs- und Ausschlusskultur in All- tag, Schule und in demokratischen Prozessen und Institutionen und die Rolle der sozialen Medien in ihrem Leben und in gesellschaftlichen Debatten. Entsprechend dem Leitbild unserer Gemeinde Viele Farben –eine Gemeinde und der Arbeit des Schorsch als Ort erlebbarer Wertschätzung von Diversität kommen sie aus den verschiedensten Umfeldern. Aus der Klosterschule St. Georg, der Stadtteilschule Hamburg-Mitte, der muslimischen Gemeinschaft Sabicun e.V., der afrikanischen Rahma Moschee und der Centrum-Moschee, dem Islamischen Bund e.V., der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde und nicht zuletzt aus der Kinder- und Jugendarbeit des Schorsch im IFZ selbst. Bei ihren regelmäßigen Treffen lernen sie sich, ihre Fragen und Sorgen, Hoffnungen und Träume kennen. Ihr Ziel ist es, auch für Jugendli- che eine wirksame Beteiligung an Prozessen und Entscheidungen auf kommunaler Ebene zu ermöglichen. Dabei verstehen sie sich als die Zukunft der Stadt, in der junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Her- kunftskulturen gemeinsam Verantwortung übernehmen für unsere Gesellschaft. So hat sich das Jugendforum St. Georg in den Herbstferien auf den Weg nach Rostock gemacht, um sich und die Stadt mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart, näher kennenzulernen. Dabei bot die Unterkunft im Peter-Weiß-Haus und die pädagogische Begleitung durch den „Soziale.Bildung e.V.“ eine hervorragende Voraussetzung für Workshops, Stadtführungen und Diskussionen zu so herausfordernden Themen wie der Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Rostocks und der erschreckenden, unmenschlichen und skan- dalösen Angriffe rechtsradikaler Gruppen auf das „Sonnenblumenhaus“, die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen, im August 1992. Zum Verständnis der langwierigen Diskussionen um den Neubau einer angemessenen Moschee für die muslimischen Einwohner der Hansestadt traf sich das Jugendforum mit dem Rostocker Moschee Verband in dem provisorischen Moscheegebäude und mit Abgeordneten der Bürgerschaft und verschiedener Rostocker Initiativen im Rathaus. Mit den Erfahrungen der intensiven gemeinsamen Tage in Rostock ist auch für die Teilnehmer*innen des aktuellen Jugend- forums in den nächsten Herbstferien, 2020, wieder eine Bildungsreise nach Auschwitz und Krakau geplant. Neben den finanziellen Voraussetzungen, die unsere Kirchengemeinde und Demokratie Leben bereitstellen, sind es vor allem die engagierten Mitarbei- ter*innen, die offenen Räume, das Organisations-Know-How und die etablierten Netzwerke des Schorsch und der Kirchengemeinde, die diese lebendige und praktische Jugendbildung in Hamburg möglich machen.  Verfasser: Ulfert, Frederik, Petra und Lutz
 

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